Weiße abstrakte Fläche als Projektionsfläche für neue Gottesbilder

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Theologie ist kontextuelle Theologie, Gerne wird dieser zeitliche Zug verdrängt von dem tiefen Bedürfnis nach einer einer überzeitlichen, ewigen Wahrheit.

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Jede|r Gott(esvorstellung) hat eine Geschichte

Vor Kurzem entdeckte ich den Aufsatz eines katholischen Theologen (Exegeten des Alten Testaments): Selbst Gott hat eine Geschichte. Vom Vergessen der Geschichte und der Notwendigkeit einer geschichtlichen Dimension in der Exegese – am Beispiel der Frühgeschichte des Gottes Israels, G. Essen/C. Frevel (Hg.), Theologie der Geschichte – Geschichte der Theologie (QD 294), Freiburg 2018, 10-39

Für mich ist dieser Beitrag ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Theologie immer vom historischen Kontext geprägt und durchdrungen ist. Das Nachdenken über Gott ist nie zeitlos, sondern immer in der Zeit verankert. Oft wird allerdings vergessen, dass dies so ist und nach einem zeitlosen Wahrheitsanspruch gesucht. Doch jeder theologische Gedanke wird zwangsläufig durch die Geschichte geformt und muss sich ihr stellen. Denn nicht nur unser Denken ist in der Zeit verankert, sondern auch die Offenbarung Gottes ist ein Eintreten Gottes in die Zeit und spiegelt somit das zeitliche Geschehen wider. Wenn wir über Theologie reflektieren, ist es unvermeidbar, dass wir uns dem Wandel unterwerfen, da Theologie immer von Zeit und Deutung geprägt ist. Diese zwei Aspekte können nicht getrennt werden.

Wer also Offenbarung sagt, muss Geschichte denken können. Es sollte beachtet werden, dass es bei diesem Ansatz auch Probleme gibt, rund um die Annahme einer Universalgeschichte oder teleologisch ausgerichteter Heilsgeschichten. Aus diesem Grund stehen diese Aspekte derzeit nicht im Fokus theologischer Disziplinen. Doch es sollte nicht vergessen werden, dass zentrale Rettungstaten Gottes in der Zeitgeschichte stattgefunden haben und somit immer Bestandteil unseres Glaubens sein werden. Wenn wir die historische Dimension der Texte und deren Kontext berücksichtigen, verbessert dies unser Verständnis. Es ist allerdings unzureichend, nur einen Teil der Geschichte zu betrachten und somit die Bedeutung der Bibel für die Kirche zu vereinfachen. Die Bibel an sich ist ein vielschichtiger Ausdruck von interpretierter Geschichte und hat dabei selbst eine Geschichte.

Wer hier fachlich und wissenschaftlich tiefer einsteigen will, kann mein Exzerpt dieses Aufsatzes hier lesen.

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Theologe mit Leidenschaft, transchristentümlich, post-kolonial, historisch-narrativ in Lemgo

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