Aus zerbrochenem wird mit goldenem Kitt etwas wertvolles Neues

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Unsere historisch-narrative Auslegung der missio dei. Oder: Was ist das Evangelium heute und was ist dann „wirksame Kirche“?

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Effektiv (missionale) Kirche sein. Wie messen wir das heute?

Andrew Perriman 11.11. 2020

Eine weitere Runde zur Frage nach der Mission der Kirche und ihrem Evangelium. Hier nun ein ausführlicher Vorschlag wie die historisch-narrative Lesart die Konzeptionen von „Mission“ und „Kirche“ verändert. Die praktische Frage, die A. Perriman hier zu beantworten versucht, lautet: Wie beurteilen wir die Wirksamkeit oder Gültigkeit der Missionstätigkeit, wenn das „Produkt“ eher qualitativ als quantitativ ist? Kirchliche Wachstumsmodelle erweisen sich als wirksam, wenn sie zu größeren Kirchen oder zur Multiplikation von Kirchen führen. Die „inkarnatorischen“ Formen der Missionstätigkeit, die sich in den letzten zwanzig Jahren verbreitet haben, neigen dazu, nicht viel zu wachsen. Sie erwarten, dass sie stattdessen an der Wirkung gemessen werden, die sie auf den gesellschftlichen Kontext einer Ortsgemeinde haben. Aber wie oder woran messen wir diese Wirkung? 

Zu unseren Erfahrungshintergründen:

Perriman arbeit mit einer internationalen Missionsorganisation namens Communitas zusammen. Die haben eine kleine Präsenz im Vereinigten Königreich, und wenn jemand mehr über sie wissen möchte, wende er sich bitte an sie. Dies ist der persönliche Hintergrund für die Frage, die A. Perriman in diesem Beitrag ansprechen möchte. Wir bei nuPerspective in Deutschland schöpfen ja aus verschieden Traditionen wie z.B. die Messung von Qualität von Gemeinden mit den Methoden der „natürlichen Gemeindeentwicklung“ und innovativen theologischen Entwicklungen der emergenten Diskussion in Deutschland. Seit 2006 gab es da rege Diskussionen und Veröffentlichungen der neuen Fragen zum Theologie- oder Kirchenverständnis, das alles parallel zu den sich vermehrenden FreshX-Projekten mit missionalen Formen von Kirche. Mit diesem Beitrag stellt Perriman jedoch die Fragen radikaler zum Grund der Mission. Und abgeleitet davon, welche Erfolge denn zu erwarten seien bei dieser Art von Mission im 21. Jahrhundert?)

Wie messen wir die Wirksamkeit dessen, was wir tun?

Es gibt einige offensichtliche Metriken für eine Organisation, die im Grunde genommen eine „Gemeindegründungsorganisation“ ist. 

  • Wie viele Gemeinden gründen wir? 
  • Wie viele Menschen schließen sich diesen Gemeinden an? 
  • Wie viele dieser Menschen sind tatsächlich neu im Glauben? 

Im westlichen Kontext hat man jedoch das Gefühl, dass diese Art von Folgenabschätzung zunehmend irrelevant wird. Wir mögen gerne den Eindruck erwecken, dass wir hart gegen den Strom des angeschwollenen reißenden Flusses der Geschichte paddeln und berichtenswerte Fortschritte machen, aber nach jeder ehrlichen Selbst-Einschätzung trägt uns der Fluss doch viel schneller flussabwärts. Wir werden in die gleiche Zukunft wie alle anderen mitgerissen, nur rückwärts (wir schauen nicht dahin, wo wir hinfahren) und langsamer. 

Wir beginnen uns also vielleicht zu fragen, ob es weniger um Quantität und mehr um Qualität geht, weniger um Wachstum und mehr um Einfluss, weniger um Evangelisierung und mehr um symbolische Präsenz. Aber wie rechtfertigen wir diese Verschiebung biblisch oder theologisch? Und: Wie messen wir ihre Wirkung?

Ich bin kein Missiologe, also werde ich mein Übliches tun und mit dem Neuen Testament beginnen und sehen, wohin uns das führt. 

Unsere Grundthese ist, dass „Mission“ nicht mit der Anthropologie beginnt (Menschen sind sündig, von Gott entfremdet), sondern mit der Geschichte (Israel ist in der Krise, von Gott entfremdet). Deshalb muss die Wirksamkeit der Mission in historischen Begriffen gemessen werden.

A. Perriman

Mission im Neuen Testament 

Wir beginnen also mit der Frage, was die „Mission“ der frühen Kirche war. Oder genauer gesagt, was die Missionen der frühen Kirche war. Es gab eine Mission gegenüber Israel über Israel, und es gab eine Mission in hinblick auf die Nationenüber die Nationen. Diese beiden Unternehmungen hatten sehr unterschiedliche Ergebnisse vor Augen - die eine zielte auf Reformen, die andere auf die Annexion. Aber die Methodik war in jedem Fall mehr oder weniger die gleiche. 

Dies ist bereits eine recht unkonventionelle Art, sich dem Thema zu nähern. Die Aufgabe bestand nicht darin, 

  • Menschen von ihren Sünden zu retten, 
  • Kirchen zu gründen, 
  • sich um die Armen zu kümmern oder 
  • sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. 

Die Aufgabe bestand darin, bekannt zu machen, was der Gott Israels tat (wir müssen diesen nationalistischen Aspekt im Auge behalten), um die politisch-religiöse Landschaft der alten Welt zu verändern. Alles andere war nur eine logische Folge davon.

Es gab also zwei Dimensionen im Blick auf die Mission der Jünger und Kirchen im Neuen Testament: 

1) die prophetische Überzeugung hinsichtlich des Eingreifens Gottes in die Geschichte, um sein Volk zu reformieren und seine eigene Herrschaft über die Israel umgebenden Völker zu errichten, was das Kommen des Reiches Gottes war; und 

2) das Werk der Verkündigung — zuerst an Israel, dann an die Völker der griechisch-römischen Welt —, dass dieser eschatologische Prozess im Gange war und in absehbarer Zeit seinen Höhepunkt erreichen würde, was die gute Nachricht war.

Einfach gesagt, es gab Visionen davon, was der Gott Israels in der Zukunft tun würde, und es gab die Verkündigung dieser Visionen. 

Dass „dieser eschatologische Prozess im Gange war“, muss vielleicht erklärt werden. Die populäre „jetzt und noch nicht“ Darstellung der neutestamentlichen Eschatologie hebt eine richtige Spannung hervor, verfehlt aber das Wesentliche. Die frühen Kirchen glaubten, dass sich ihre Welt bald dramatisch verändern würde — die Form ihrer Welt würde vergehen; und sie glaubten dies, weil Jesus von den Toten auferweckt worden war und die Gabe des Geistes über seine Nachfolger ausgegossen hatte (Apg 2,32-36). 

So war es auf der einen Seite der verschmähte Menschensohn, der von den Bauleuten verworfene Stein (Mk 12, 10-11), den die Führung Israels am Tag des Zornes Gottes über sein Volk zur Rechten der Macht thronen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen würde (Mk 14, 62).

Zum anderen war die Auferstehung Jesu von den Toten der Beweis dafür, dass Gott einen Tag festgesetzt hatte, an dem er die griechisch-römische Welt in Gerechtigkeit richten und damit ihre lange politisch-religiöse Hegemonie beenden würde (Apg 17, 30-31). Zuerst der Jude, dann der Grieche (Römer 2, 9).

Diese neue Zukunft wurde durch das Wirken des Sohnes garantiert, der ein Diener der Beschnittenen wurde (Röm. 15, 8-12), und zumindest in dieser Hinsicht war Jesus das Mittel zum politisch-religiösen Zweck. Tatsächlich gibt uns die Erzählung das, was wir die „trinitarische“ Grundlage für den gesamten eschatologischen Prozess nennen könnten. 

  • Gott der Vater tat dies, damit sein Name unter den Nationen geheiligt und seine Herrschaft auf der Erde wie im Himmel errichtet werde (vgl. Mt 6, 9-10). 
  • Er würde die neue Zukunft durch und um der Nachkommen Abrahams willen herbeiführen, aber nicht wegen der Einhaltung der Tora. Es würde geschehen, weil Menschen — Juden und Nichtjuden — gleichermaßen glaubten, dass Gott seinen Sohn von den Toten auferweckt und ihn zu seiner Rechten gesetzt hatte, um inmitten seiner Feinde zu richten und zu regieren. 
  • Was die eschatologische Mission dieses erneuerten JHWH dienenden Volkes ermöglichte, war der Geist der Prophetie und eines neuen Bundes, der ihnen geschenkt wurde.

Das Maß des missionarischen Erfolgs im Neuen Testament 

Wenn also das Narrativ der Mission die Verkündigung einer neuen Zukunft war, zuerst an Israel, dann an die Nationen, von Jerusalem bis zu den Enden der griechisch-römischen Welt, dann musste die Wirksamkeit dieser Mission sowohl in Raum als auch in Zeit gemessen werden. 

Einerseits war die geographische Reichweite wichtiger als die Zahl der Juden und Heiden, die sich auf dem Weg zur eschatologischen Vision bekehrten. Zahlen spielten keine so große Rolle, denn schließlich würde sich eines Tages jedes Knie beugen und jede Zunge bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre des Gottes Israels. 

Die Jünger wurden ausgesandt, allen Nationen diegute Nachricht zu verkünden, was JHWH tat, um sein Volk zu reformieren. Damit die Zwölf dieses Ziel erreichen konnten, durften sie Schüler aus den Nationen zulassen, um diese Vision kennenlernen und in der Tiefe verstehen zu lassen, die dann dabei helfen sollten, die Botschaft zu verbreiten (Mt 28, 19-20). 

Zweifellos hätte Paulus es gern gesehen, wenn eine große Zahl von Menschen Teil der Bewegung der eschatologischen Umgestaltung geworden wäre, aber seine Priorität als Apostel bestand darin, dafür zu sorgen, dass das ganze Römische Reich als politische Einheit, von Ost nach West, von unten nach oben, von der bevorstehenden Übernahme der Region durch den Gott des fernen Israel erfuhr (Röm 15, 14-29). 

Auf der anderen Seite wurden die Kirchen aufgefordert, die Botschaft bis zum Ende des Zeitalters, bis zum Anbruch der neuen politisch-religiösen Ordnung, treu zu verkünden und zu leben. Als dieser Tag kam, war ihre Arbeit getan. 

Die Mission Israel gegenüber würde mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die römischen Armeen und der Rechtfertigung des Menschensohnes dafür enden, dass er Israel zur Umkehr und zum Wiederaufbau auf dem Fels seiner Vision für eine neue Zukunft aufgerufen hatte. Wenn seine Jünger die ihnen anvertraute Aufgabe treu ausgeführt hätten, würden sie die Worte hören: „Gut gemacht, guter und treuer Diener. Du bist über ein wenig treu gewesen; ich werde dich über viel setzen. Gehe ein in die Freude deines Herrn“ (Mt 25, 23). Sie würden das neue Zeitalter erben, das auf das Zeitalter des Judentums des zweiten Tempels folgen würde.

Die Mission den Nationen gegenüber wäre dann beendet, wenn Jesus offiziell als Herr im ganzen Reich bekannt und die Kirchen öffentlich rehabilitiert würden — und damit bewiesen, dass sie im Recht waren —, denn sie hielten, manchmal gegen heftigen Widerstand, am Evangelium von der kommenden Herrschaft JHWHs und seines gesalbten Königs fest, das wir Christentum nennen. Sie würden vor dem Richterstuhl Gottes stehen (Röm 14, 10-11) und für ihre Treue belohnt werden — oder vielleicht auch nicht. Erst dann konnte die Kirche wirklich behaupten, die Mission sei ein Erfolg gewesen. Und wie wir wissen, gibt es auch einen verwirklichten Teil dieser neutestamentlichen Eschatologie

Der verwirklichte Teil... 

In den dazwischen liegenden Jahrzehnten, ja Jahrhunderten, gab es unzählige unerwartete Anzeichen für die Wirksamkeit dieses Unternehmens. Menschen kamen zum Glauben, Dämonen wurden ausgetrieben, Kranke wurden geheilt, Leben wurden verwandelt, Juden und Heiden beteten gemeinsam den einen Gott JHWH unter den gleichen Bedingungen an, Feinde wurden versöhnt, mächtige Persönlichkeiten wurden für die Sache Gottes gewonnen, schwierige moralische Entscheidungen wurden getroffen, dem Martyrium wurde tapfer begegnet, Pestopfer wurden versorgt und so weiter. 

Aber diese Dinge waren nicht der Auftrag (missio). Es waren Nebeneffekte, Nebenprodukte, Spin-offs, Vorboten der groß angelegten politisch-religiösen Neuausrichtung — die Spreu im mächtigen theokratischen Wind, der durch die Antike fegte. In erster Linie ging es um die kommende Herrlichkeit und Souveränität des lebendigen Gottes. 

Wenn es also darum geht, die Wirksamkeit der Missionen der Kirchen zu bestimmen, sind drei Fragen zu stellen. 

  • Erstens: Haben sie dieBotschaft über das künftige Eingreifen Gottesin der gesamten geographischen Ausdehnung der „Oikumene“ (des römischen Reiches) vermittelt? 
  • Zweitens, hielten sie an dieserAufgabe bis zum Ende fest, bis zu dem Moment,in dem Gott in der Geschichte tat, was er sagte, dass er tun würde? 
  • Drittens: Gab esAnzeichen auf dem Weg, dass die Apostel und die Kirchen auf dem richtigen Weg waren — dass sie auf der richtigen Seite des Gottes der Geschichte standen?

In groben Zügen haben wir hiermit also ein eschatologisches Missionsmodell im Neuen Testament skizziert; und wenn irgendetwas biblisch gesehen die Bezeichnung missio Dei verdient, dann ist es dies: Israel reformieren, das Römische Reich annektieren. 

Wir haben damit auch ein ziemlich klares Bündel an vorläufigen und endgültigen Kriterien, nach denen „Mission“ als erfolgreich oder nicht erfolgreich beurteilt werden könnte. Aber ist dieses Modell im modernen Kontext übertragbar?

Aus welcher Richtung weht der Wind? 

Die Kirche im Westen durchlebt derzeit einen perfekten Krisensturm: den stetigen Niedergang des Christentums (in Deutschland siehe KMU 6), den Aufstieg eines selbstbewussten und durchsetzungsstarken Säkularismus, die Säuberung von den bösen Hinterlassenschaften des Kolonialismus, den Verfall des kapitalistischen Paradigmas, die Verschiebung der globalen Macht vom Westen nach Osten, die Ohnmacht der Kirchen während der Coronavirus-Schließungen und die sich abzeichnende und zutiefst bedrohliche Aussicht auf eine ökologische Katastrophe zu Lebzeiten unserer Kinder

Wenn wir biblisch darüber nachdenken wollen, was wir tun und warum wir es tun, können wir unsere Missionsprogramme nicht von diesen Erzählungen trennen. Es ist unbiblisch zu sagen, dass die Mission der Kirche darin besteht, Seelen zu retten oder Kirchen zu bauen, als ob die Geschichte keine Rollespielen würde. Die heilige Schrift ist vor allem eine Aufzeichnung der dynamischen, disruptiven und die Verhältnisse verwandelnden Gegenwart des Gottes der Geschichte. 

So wie also ein mächtiger göttlicher Wind durch die politisch-religiösen Erschütterungen der ersten christlichen Jahrhunderte wehte, wovon die frühen Kirchen schmerzliches Zeugnis ablegten, so weht, so wage ich zu behaupten, auch ein mächtiger göttlicher Wind durch die globalen, planetarischen Erschütterungen, die den Übergang vom Holozän zum Anthropozän kennzeichnen. 

Was uns das über den Auftrag der Kirche sagt und wie ihre Wirkung gemessen werden könnte, wird jetzt behandelt. Im Teil 1 haben wir uns mit der Mission — streng genommen den Missionen — der Kirche im Neuen Testament befasst. Ich schlug vor, die Aufgabe in zwei Teile zu gliedern: 

1) zu wissen, was Gott in der Zukunft tun würde - zuerst in Bezug auf Israel, dann in Bezug auf die Nationen; und 

2) zu verkünden, was Gott tun würde - zuerst Israel und dem Diaspora-Judentum, dann den heidnischen Nationen der griechisch-römischen Welt. 

Der Erfolg oder die Wirksamkeit dieser Missionen konnte dementsprechend auf drei Arten gemessen werden: 

  • Ist die angestrebte Zukunft für Israel und die Nationen schließlich — Jahrzehnte oder Jahrhunderte später — eingetreten? Hat Gott das getan, was er vorhatte? 
  • Erfüllten diejenigen, die an die neue Zukunft glaubten, den geographischen und zeitlichen Rahmen der Mission — bis zu den Enden des Imperiums, bis zum Ende des Zeitalters? 
  • Könnte etwas von der neuen Zukunft bereits im gemeinsamen Leben der Kirchen zu sehen sein? Gab es Zeichen auf dem Weg, dass sie auf der richtigen Seite des Gottes der Geschichte standen? 

Schließlich habe ich darauf hingewiesen, dass wir uns jetzt an der Grenze zwischen zwei Zeitaltern befinden, ähnlich wie die Kirche im ersten Jahrhundert nur auf einer viel größeren —- wohl eher "anthropo-geologischen" - Zeitskala. Es gibt also eine gewisse Rechtfertigung dafür, die neutestamentliche Vorlage zu nehmen und sie direkt auf die Mission der Kirche heute anzuwenden.


Wo ist Gott dabei? 

In den letzten paar hundert Jahren hat die globale Menschheit einen massiven Bewusstseinswandel durchgemacht. 

  • Früher lebten wir in einer heiligen oder verzauberten Welt; heute leben wir in einer gottlosen, entzauberten Welt.
  • Früher waren wir in der Welt verletzlich und ängstlich; jetzt haben wir die wissenschaftlichen Kenntnisse und die technologischen Mittel erworben, um die Erde zu beherrschen. Wir erarbeiten massive Lösungen, zum Beispiel für Pandemien. 
  • Früher dachten wir, unsere Anthropologie sei uns von den Göttern oder von Gott gegeben und unveränderlich; heute nehmen wir es auf uns, zu bestimmen, was ein angemessenes menschliches Verhalten ausmacht. 

Auf höchster Ebene wird dies inzwischen als Übergang von der natürlichen edenischen Ordnung des Holozäns zu einem Zeitalter der Vorherrschaft des Menschen über die natürliche Ordnung, die als Anthropozän bekannt ist, angesehen. Wir treten in dieses neue Zeitalter angesichts der Aussicht auf eine ökologische Katastrophe ein, aber wir werden dennoch von dem Gefühl getrieben, dass alles in unserer Hand liegt. Wir haben das Problem geschaffen, wir werden es lösen. 

Wo ist Gott dabei? 

Man sollte meinen, wenn der lebendige Gott etwas mit dem Einmarsch der Assyrer und Babylonier in Israel zu tun hatte oder mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Armeen des Titus oder mit der Niederlage des klassischen Heidentums (ganz zu schweigen von der Flut!), dann hätte er auch heute etwas mit einem so tiefgreifenden und zerstörerischen Übergang in der menschlichen Geschichte zu tun.

Um diese Modelle also anwenden zu können, müssen wir zunächst wissen, was Gott tut. Wir müssen eine Geschichte über Gott erzählen, die nicht nur mit der Schrift, sondern auch mit den historischen Umständen, mit denen wir konfrontiert sind, kongruent ist. Der biblische Gott ist keine Abstraktion — weder die unveränderliche Abstraktion der traditionellen westlichen Theologien noch die veränderliche Abstraktion der Prozesstheologien. Er ist der engagierte Schöpfergott, der die Existenz seines priesterlichen Volkes in der Geschichte — ganz offensichtlich in Krisenzeiten — um seiner Ehre willen lenkt. 

Wir müssen also die Frage beantworten: Wie macht er das gerade jetzt? Was hat Gott in diesen "letzten Tagen" des Holozäns vor? 

Ich glaube, dass unser Gott Druck auf die Kirche ausübt, damit sie ein zielgerichtetes, belastbares, glaubwürdiges und prophetisches Zeugnis für den Fall ablegt, dass die ökologische Klimakrise in den kommenden Jahrzehnten eine überwältigend zerstörerische Wirkung auf die globale Gesellschaft haben wird. Ich bin auch geneigt zu denken, dass dieKrise als eine Manifestation des „Zornes“ Gottes— um die entsprechende biblische Terminologie zu verwenden — gegen die Hybris und den Exzess der modernen globalen Menschheit verstanden werden muss. Darüber hinaus sind die Dinge immer noch ein wenig undurchsichtig.

Was ist also die Botschaft? 

Je klarer die Vision wird, desto klarer wird auch die Botschaft. 

Für die Anhänger des gekreuzigten Jesus in Jerusalem war die gute Nachricht, dass JHWH im Begriff war, sein rebellisches Volk zu richten und zu reformieren, und zwar in verheerender Weise, wie sich herausstellte. Für die Kirchen in der weiteren griechisch-römischen Welt war die gute Nachricht, dass Gott im Begriff war, die uralte korrumpierende Hegemonie des klassischen Heidentums zu beenden und an ihrer Stelle eine neue politisch-religiöse Ordnung zu errichten, in der die Völker den einen Gott anbeten und den Sohn zu seiner Rechten als Herrn bekennen würden. 

Ich denke, wir sollten erwarten, dass die gute Nachricht, die heute von den Kirchen verkündet werden muss, dem Muster entspricht: Der lebendige Schöpfergott ist im Begriff, etwas Negatives um etwas Positives willen zu tun; er ist im Begriff, niederzureißen und aufzubauen, zu richten und zu reformieren. 

An dieser Botschaft muss natürlich gearbeitet werden, aber biblisch gesehen ist hier das „Evangelium“ zu finden — nicht in erster Linie in dem Angebot der persönlichen „Errettung“, sondern in der Verkündigung dessen, was der lebendige Schöpfergott gesellschaftlich tut. Das euangelion ist immer die öffentliche Verkündigung des geschichtlichen Handelns Gottes, um die Dinge in Ordnung zu bringen. 

Ein Schlüsselmaßstab für die Wirksamkeit einer prophetischen missionalen Kirche muss also lauten: Vermitteln wir klar und deutlich die „gute“ Nachricht, dass Gott aktiv an der ökologischen Krise zu Beginn des Anthropozäns beteiligt ist?Die Antwort lautet nach meinen Beobachtungen, im Moment wahrscheinlich nicht.

Was sind die eschatologischen Vorzeichen? 

Wenn wir uns über die Botschaft im Klaren sind, können wir dann fragen, was die wahrscheinlichen Zeichen dafür sind, dass diese Sache wirklich geschieht, dass diese zeitgenössische Story über den lebendigen Gott sich wirklich abspielt. 

Wie wird sie sich in messbarer Weise im Leben der Kirche widerspiegeln? Wie wird sie in der breiteren Gesellschaft plausibilisiert? Wenn z.B. das Sprechen in fremden Zungen ein Zeichen des Gerichts gegen das widerspenstige Israel am Ende der zweiten Tempelperiode war oder die Heilung eines Lahmen ein Zeichen der Vergebung der Sünde des reuigen Israel, welche Phänomene könnten dann heute Zeichen dafür sein, dass Gott voll und ganz hinter der Botschaft der prophetischen Kirche steht? Ich habe hier einige Vorschläge. 

1. Geheiligt werde dein Name 

In biblischer Hinsicht handelt Gott in der Geschichte in erster Linie um seiner selbst willen, um seiner Ehre und seines Ansehens unter den Völkern willen. Ein Maßstab für die Wirksamkeit der Mission der Kirche wäre also, ob der Name Gottes im Anthropozän geheiligt wird. 

Im Allgemeinen ist Gott im öffentlichen Diskurs abwesend, und die Kirche hat sich meistens mit dieser Tatsache abgefunden. Jeder Versuch, seinen Namen wieder in das Gespräch einzubringen, wird wahrscheinlich mit Spott beantwortet werden. Die Behauptung zum Beispiel, dass COVID-19 in irgendeiner Weise Ausdruck von Gottes Missfallen gegenüber der modernen Gesellschaft ist, wird als eine kaum verständliche, eng gefasste religiöse Meinung behandelt werden, die energisch aus der Sphäre der wissenschaftlich-politischen Politikgestaltung ausgeschlossen werden muss. Deshalb ist es das Beste, kein Risiko einzugehen. 

Aber wenn wir Mission im Namen des Gottes tun, der Himmel und Erde geschaffen hat, der immer war und ist und kommen wird, dann sollten wir meiner Meinung nach erwarten, dass der Name Gottes in der Öffentlichkeit ernstergenommen wird, auch wenn wir uns überhaupt nicht sicher sind, wie das klingen mag. 

Ich bin mehr oder weniger zu dem Schluss gekommen, dass die Bekehrung des Römischen Reiches, historisch gesehen, die Versöhnung von Herrschaft im Himmel und Herrschaft auf Erden war, die in einem Text wie Kolosser 1, 15-20 vorgesehen ist. Als Jesus die Jünger lehrte, für das kommende Reich Gottes zu beten, hatte er einen ähnlichen historischen Ausdruck auf Erden im Sinn, der Gottes Absicht zum Ausdruck brachte, sein Volk zu richten und wiederherzustellen. 

Das Missionsparadigma des ausgehenden Zeitalters kann uns im Übrigen auch zu der Annahme verleiten, dass sowohl die ökologische Krise (Gericht) als auch jede positive Verhaltensänderung als Reaktion darauf (Buße) konkrete Ausdrucksformen des Willens des lebendigen Gottes sind, der auf Erden wie im Himmel geschieht. Amen.

2. Gesegnet sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit der Schöpfung 

Die Kirche ist eine ungeheuer vielfältige und widersprüchliche Sache. Ein Teil wünscht sich das Heil aller Menschen, ein anderer den Wohlstand, ein anderer die Wiederherstellung traditioneller Familienwerte, ein anderer die Wiedererlangung des politischen Einflusses, wieder ein anderer die Rassengerechtigkeit.... 

Die Gegenwart einer wachsenden Zahl von Gläubigen, die sich des eschatologischen Moments zutiefst bewusst sind, die über die Klima-Zerstörung und den Exzess trauern, die ihre Teilnahme daran bereuen, die vor einer ächzenden natürlichen Ordnung ächzen, die nach einer Schöpfungsgerechtigkeit hungern und dürsten, die beunruhigende Träume träumen und beunruhigende Visionen eines großen und schrecklichen Tages des Herrn sehen ... das wäre ein bezwingendes Zeichen für die Gültigkeit einer „anthropo-geologischen“ prophetischen Bewegung innerhalb der größeren Kirche. 

3. Der Herr fügte zu ihrer Zahl hinzu 

Ich habe den Eindruck (ich könnte mich irren), dass die inkarnatorisch-missionarische Kirche es eher aufgegeben hat, eine große Zahl von Menschen für ihre Sache zu gewinnen. Dafür mag es gute Gründe geben. Zum einen funktioniert das Modell nicht wirklich, wenn die Zahlen hochgerechnet werden; zum anderen ist eine prophetische Bewegung fast per definitionem ein Randphänomen. Dennoch wurde die kleine Zahl von Jüngern in Jerusalem vom Volk sehr geschätzt, und viele ließen sich von ihrer Botschaft überzeugen (Apg 5, 13-14; vgl. 2, 46-47). Wenn damals, warum nicht jetzt?

4. Theologische Erneuerung 

Die alte Denkweise ist für die Erfassung und konstruktive Reaktion auf die miteinander verknüpften Krisen, die das Anthropozän einleiten, völlig ungeeignet. „Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche“, sagte Jesus. „Wenn er es tut, wird der Wein die Schalen sprengen - und der Wein wird zerstört, und die Schalen auch. Aber neuer Wein ist für frische Weinschläuch“ (Markus 2, 22). 

Die Leitung der Kirche im kommenden Zeitalter wird sich mit einem neuen theologischen Paradigma auseinandersetzen müssen, das (wie ich mutig vorschlage) aus solchen Schlüsselkomponenten besteht wie 

  • Die Abkehr vom personenzentrierten heilsgeschichtlichen Paradigma. Die biblische Priorität war nie die Errettung von Einzelpersonen von ihrer persönlichen Sündhaftigkeit; es war immer die strategische Verwaltung der Präsenz eines engagierten Priestervolkes inmitten der Nationen, unter wechselnden historischen Bedingungen, die in dem wirklichen Triumph des Gottes Israels über die Nationen der alten mediterranen Welt gipfelte. 
  • Wiederherstellung des Engagements des lebendigen Gottes in der Geschichte in dem Maße, dass großangelegte historische Entwicklungen als von zentraler theologischer Bedeutung angesehen werden können. 
  • Ein erweiterter Begriff von „Verkündigung“ als die Kirche, die prophetisch im Namen des Gottes der Geschichte spricht, was auch nur die Wiederherstellung eines biblischen Verständnisses ist. 
  • Eine Lektüre der Heiligen Schrift, die die kontingente historische Perspektive der biblischen Gemeinschaften in den Vordergrund stellt. 
  • Ein narrativer Trinitarismus, der sich einer metaphysischen Schließung widersetzt und das anhaltende eschatologische oder krisenbewältigende Wirken von Vater, Sohn und Geist hervorhebt. 

Verschiebungen wie diese — zweifellos könnten viele andere identifiziert werden — sind ein Maß dafür, dass Gott sich in guten wie in schlechten Zeiten nicht vom Schauplatz der Geschichte entfernt hat.

5. Die Erneuerung der religiösen Sprache 

Mit der Wiedererlangung einer prophetischen Vision kommt eine Neubelebung der religiösen Sprache. Die Poesie der alttestamentlichen Propheten und ihre Intensivierung in der jüdischen Apokalyptik sind deutliche Beweise dafür. Ebenso die Gleichnisse Jesu, die dichte Argumentation des Paulus, die kerygmatische Erzählung der Evangelien und der Apostelgeschichte und die deftige intertextuelle Anspielung auf das Buch der Offenbarung. Ein starker Beweis für die Gültigkeit der Mission der prophetischen Kirche wäre die Erneuerung des evangelikalen Diskurses. Und nicht vor der Zeit.

6. Gemeinschaften des kommenden Zeitalters 

Beginnen wir wieder mit einem biblischen Beispiel. Paulus sagte in seiner üblichen unmissverständlichen Weise, dass die sexuelle Unmoral, Götzendiener, Ehebrecher, Männer, die mit Männern wie mit Frauen schlafen, unverschämt verweichlichte Männer, Diebe, Gierige, Trinker, Misshandler und Betrüger das Reich Gottes nicht erben werden. Mit anderen Worten, die Kirchen sollten damals die ethischen Werte des kommenden Zeitalters ins Schaufenster stellen (1. Kor 6, 9-10). Homosexualität war damals deshalb so wichtig, weil sie nach Paulus' Auffassung in gewisser Weise ein Kennzeichen der heidnischen griechisch-römischen Weltanschauung war, von der er glaubte, dass sie bald gestürzt werden würde (Röm 1, 26-27; vgl. Apg 17, 30-31). Mehr dazu finden Sie in meinem Buch End of Story? Gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Erzählungen der evangelikalen Mission. 

Wir befinden uns heute an einem ganz anderen Ort. Das Christentum ist verschwunden, es herrscht ein ganz anderes Naturverständnis, eine neue Anthropologie ist entstanden, und man kann sicherlich nicht sagen, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen das bestimmende Merkmal der dekadenten westlichen Kultur sind. 

Dieprophetische Missionskirche muss daher eine Ethik verfolgen, die den Herausforderungen und Chancen angemessen ist, die sich aus dem chaotischen Übergang ins Anthropozän ergeben. Natürlich bleibt die Korruption der Sexualität und der menschlichen Beziehungen grundsätzlich ein Problem, aber es gibt wahrscheinlich noch ganz andere wichtige Kategorien von Ungerechtigkeit, die in Betracht gezogen werden müssen — andere Gruppen von Menschen, die jetzt aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden sollten, weil sie in der kommenden Zeit keine gute Rolle zu spielen haben werden. 

Umgekehrt können Kirchen, die sich vor Ort versammeln, von Flugreisen abhalten, das Gewicht ihres Fußabdrucks auf dem Planeten in angemessener Weise verringern, die das Leben feiern und nicht nur die Erlösung des Lebens, als positive Zeichen der bleibenden Gegenwart des lebendigen Gottes in der kommenden Zeit angesehen werden. Auf diese Weise verwirklichen wir Hoffnung.

7. Geschenke des Geistes der neuen Schöpfung 

Pfingsten war nicht der Beginn der Kirche. Es war die Befähigung einer kleinen Gemeinschaft für das eschatologische Zeugnis innerhalb Israels, die prophetische Mission Jesu in Israel fortzusetzen. Trunken vom Geist verkündigten die Jünger die "mächtigen Werke Gottes" in den Sprachen der jüdischen Diaspora (Apg 2,11). Aber das gewaltige Werk Gottes, das besonders im Blickfeld war, war der kommende "große und schreckliche Tag des Herrn", an dem JHWH sein Volk richten würde. Die ganze vielfältige, unprivilegierte Gemeinschaft war mit der Fähigkeit begabt, so zu prophezeien, wie Jesus es prophezeite, die Träume zu träumen, die Jesus träumte, die Visionen zu sehen, die Jesus sah, und Israel aufzurufen, Buße zu tun und vor der Katastrophe, die über die Nation hereinbrach, gerettet zu werden. 

Aus diesem Grund räumt Paulus der Prophetie Vorrang ein: „Strebt der Liebe nach und begehrt aufrichtig die geistlichen Gaben, vor allem, dass ihr weissagt ... Wer weissagt, der spricht zu den Menschen, damit sie aufbauend, ermutigend und tröstend werden“ (1. Kor 14,1.3). Die Kirchen existierten um der Zukunft willen; sie waren eine eschatologische Bewegung; sie wurden getragen und ermutigt und erbaut durch die Bekräftigung der Hoffnung, dass sich schließlich jedes Knie beugen und jede Zunge Jesus als Herrn bekennen würde. 

Wahrscheinlich sollten wir also erwarten, dass sich die Kirche heute als eine charismatische Bewegung zeigt, die von der prophetischen Vision eines kommenden großen und schrecklichen Tages des Herrn angetrieben wird. Daraus würden die reichhaltigen Gaben des Geistes hervorgehen: Heilungen, Entsagungen, Versöhnungen, Umdenken, Pilgerreisen, Proteste, symbolische Handlungen, Gottesdienst, Poesie, Kunst und so weiter. Das wäre ein höchst angemessener biblischer Maßstab für ihre Gültigkeit. 

8. Gerechte Außenseiter 

Jesus bejahte den Glauben des Hauptmanns und der Kanaanäischen Frau, ohne ihnen die Aufnahme in Israel anzubieten (Mt 8, 10; 15, 22; Mk 7, 24-30; Lk 7, 1-10). Sie blieben Außenseiter, aber ihr Glaube war ein Zeichen des kommenden Gerichts und der Wiederherstellung. Er verärgerte die in der Synagoge in Nazareth versammelten Juden, als er beobachtete, dass Elia zu einer ausländischen Frau in Zarephath und Elisa zu Naaman dem Syrer geschickt wurde (Lk. 4, 25-28). Rechtschaffene Heiden, die ihr Bestes taten, um die Leiden der Jünger zu lindern, während sie ihrer Mission nachgingen, konnten in der Parusie erwarten, durch ihre guten Werke am Reich Gottes teilzuhaben (Mt 25, 31-46). 

Paulus, so wie ich ihn verstehe, glaubte, dass, wenn das Gericht Gottes über die alte Welt kommen würde, eine beträchtliche Anzahl von Heiden Zustimmung finden würde, weil sie sich in der Praxis an das Gesetz gehalten und die Juden in der Diaspora beschämt hätten (Römer 2, 12-24). 

Vielleicht ist es jetzt also ein richtiger Teil der prophetischen Mission der Kirche, „gerechte“ Außenseiter zu identifizieren oder mit ihnen zu verkehren oder sie zu bestätigen, d.h. diejenigen, die entweder nicht Teil des Problems sind oder Teil der Lösung sind. Also sagen wir dem Klimaaktivisten: „Nirgendwo in der Kirche habe ich einen solchen Glauben gefunden“. Wir sagen zu dem Obdachlosen: „Wir müssen mehr wie ihr sein“ - schließlich sagte unser Herr zu einem der Schriftgelehrten: „Füchse haben Löcher, und Vögel des Himmels haben Nester, aber der Menschensohn kann nirgends sein Haupt hinlegen“ (Mt 8, 20).

Nun, es ist ein Anfang... 

Dies hat uns bei der Definition der messbaren Merkmale der Kirchen nicht sehr weit gebracht — während wir versuchen, auf die gegenwärtige Krise der Existenz der Menschheit auf dem Planeten so zu reagieren, wie die frühen Kirchen auf die Krise des Endes des Zeitalters des zweiten Tempeljudentums reagierten. Aber es scheint mir zumindest, dass die grundlegende Kongruenz gültig ist: 

Der lebendige Gott ist der Gott der Geschichte; er ist mit seinem Volk nicht zuletzt in Momenten historischer Krisen präsent; die Mission seines Volkes besteht in erster Linie darin, das zukünftige Wirken Gottes vorherzusehen und als gute Nachricht zu verkünden; und konkrete Beweise werden diese Missionstätigkeit begleiten.

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