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Die Botschaft von der Auferstehung war der Start. Dann begann das Warten auf den Messias. Wie sinnvoll ist das noch? Und warum wurde der „Herr" zur Rechten Gottes unterschlagen?

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Warten auf Godot? Österlicher Ausblick …

1050 Wörter | 5 Min. Lesezeit. Warten auf Godot1 (französischer Originaltitel: En attendant Godot) ist ein Theaterstück von Samuel Beckett, es gilt als Inbegriff des absurden Theaters.

Er war als gebürtiger Ire in seiner Wahlheimat Paris während des Krieges im Widerstand. Begonnen hat er im Herbst 1948, es fertiggestellt Anfang 1949 und publiziert 1952. „Das Stück war einer der größten Erfolge der Nachkriegszeit und die Faszination, die von diesem Stück ausgeht, ist bis heute nahezu ungebrochen.“

Vielleicht besteht unser Problem auf diesem Planeten darin, dass die Leute erwarten, dass jemand anderes kommt, um ihre Probleme zu lösen, anstatt es selbst zu tun.

Anlässlich des 70jährigen Jubiläums würdigt Christoph Vormweg im Deutschlandfunk das Werk.

Das tragikomische Drama des Wartens

Inspiriert hat ihn das berühmte Bild von Caspar David Friedrich: „Mann und Frau den Mond betrachtend.“ Es veranschaulicht das tragikomische Drama des Wartens, ohne genau zu wissen, worauf. Wie seine Bühnenfiguren, die beiden Landstreicher Vladimir und Estragon, muss sich Beckett aber gedulden.

Erst 1952 wird das Stück gedruckt. Auszüge sollen im Rundfunk gesendet werden auf Nachfrage des zuständigen Redakteurs, erklärt Beckett:

„Ich weiß nicht, in welchem Geiste ich es geschrieben habe. Ich weiß nicht mehr über die Gestalten als das, was sie sagen, was sie tun und was ihnen geschieht. Ich weiß nicht, wer Godot ist. Ich weiß auch nicht, ob er existiert. Und ich weiß nicht, ob die zwei, die ihn erwarten, an ihn glauben oder nicht.“

Hier ein Auszug aus der Inszenierung 1974 im Berliner Schiller-Theater.

„Er müsste eigentlich hier sein. – Er hat nicht fest zugesagt, dass er käme. – Und wenn er nicht kommt? – Kommen wir morgen wieder. – Und dann übermorgen. – Vielleicht. – Und so weiter. – Das heißt. – Bis er kommt. – Du bist unbarmherzig. – Wir sind gestern schon hier gewesen. – Ach was, da täuschst du dich. – Was haben wir gestern gemacht? – Was wir gestern gemacht haben? – Ja.“

Unser Warten auf den Messias

Vielleicht besteht unser Problem auf diesem Planeten darin, dass die Leute erwarten, dass jemand anderes kommt, um ihre Probleme zu lösen, anstatt es selbst zu tun.

Ein Post in Twitter/ X löst Kommentare aus.

  • Hindus warten seit 3.700 Jahren auf Kalki.
  • Buddhisten warten seit 2.600 Jahren auf Maitreya.
  • Die Juden warten seit 2500 Jahren auf den Messias. (Nein! Aber das wäre ein eigener Post)
  • Christen warten seit 2000 Jahren auf Jesus.
  • Sunnah wartet 1400 Jahre auf Prophet Issa.
  • Muslime warten seit 1300 Jahren auf einen Messias aus der Linie Mohammed.
  • Die Schiiten warten seit 1080 Jahren auf Imam Mahdi.
  • Drusen warten seit 1000 Jahren auf Hamza ibn Ali.

Die meisten Religionen nehmen die Idee eines „Retters“ an und sagen, dass die Welt mit Bösen erfüllt bleiben wird, bis dieser Retter kommt und sie mit Güte und Gerechtigkeit erfüllt.

Reaktionen und Meinungen in den Kommentaren

Ich leite aus meinem Glauben einen klaren Gestaltungsauftrag ab, egal ob es darum geht, die Erde zu „bebauen und zu bewahren“, oder am Reich Gottes mitzuarbeiten, das „schon jetzt“ beginnt. Die Hände in den Schoß zu legen, sollte kein Verhalten von Christen sein.

Dieses liberale Evangelium wurde mit dem aufkommenden Fortschrittsglauben im 19. Jahrhundert als moderne Variante des „Jenseits-Christentums" entwickelt. Und doch hat diese Position noch die fern-zukünftige Utopie des jenseits-Retters behalten. Alles, was jetzt geht ist nur Vorzeichenhaft möglich, wehe dem der radikale Ergebnisse in einer "gefallenen Welt" politisch umsetzen will (vgl. das anti-apokalyptische Münzer-Verdikt!). Dazu passt der nächste Kommentar, der wahre Hoffnung nur von einer letztlich endgültigen (post-weltlichen) Rettung abhängig macht. Peter hat dagegen die These der nötigen  „Tiefen-Hoffnung" gestellt.

Die von den Mächtigen oft durchkreuzten Versuche, Probleme zu lösen und Gerechtigkeit herzustellen, würden vergeblich erscheinen, wenn es die Hoffnung nicht gäbe, ein endzeitlicher Retter werde sie eines Tages vollenden.

Im Falle des Buddhismus stimmt es nicht ganz: der Mensch entwickelt seinen eigenen Geist und wird dadurch zu einem Buddha

Die Zeugen Jehovas waren als apokalyptische Bewegung um 1870 gestartet, in einer Zeit allgemein großer Endzeiterwartungen. Die sozialen Verwerfungen des aufkommenden Industriezeitalters hat als Gegentrend zum Zukunftsoptimismus die Verlierer zu Apokalyptikern mit klarer Naherwartung werden lassen. Eine bessere Hoffnung als das Leiden im Diesseits quietistisch hinzunehmen. Theologisch waren sie eine sehr moderne Reaktion auf eine christentümliche Jenseitsvorstellung mit Höllenstrafen. Er schloss sich einer adventistischen Gruppe an. Ihre Erwartung einer sichtbaren Wiederkunft Christi im Jahr 1874 führte zur Enttäuschung. Das Problem war dann:

Noch blöder ist es allerdings wenn man wie die Zeugen Jehovas den Weltuntergang allzu nah in die Zukunft legt, dann muß man den nämlich immer mal wieder verschieben, was auch nicht so wirklich gut kommt 😁

Die letzte Position stärkt eine agnostische Position, die (vielleicht) mit dem Vorteil agiert, viel realistischer die notwendigen politischen Transformationen zuklaren (wie z.B. die Bewegung "Letzte Generation" es uns vormacht). Wer weckt also die trägen Massen auf? Religiöse oder agnostische (buddhistische) Positionen?

Unser Problem besteht ... !

GLAUBE, lässt zu, man fügt sich, hofft auf …

Erlösung & Rettung

ANSTATT SICH SELBST GESELLSCHAFTsKRITISCH

für ein LANGFRISTIGes ... überLEBEN als GANZes zu engagieren.

Es bräuchte mehr MitWELTgeDANKE.

Und wenige WISSEN WAS AGNOSTIKER GLAUBEN ...!

Apokalyptische Schocker-Zahlen zur Erwärmung der Ozeane

Diese Seite bietet Zeitreihen und Kartenvisualisierungen der täglichen mittleren Meeresoberflächentemperatur (SST) von NOAA Optimum Interpolation SST (OISST) Version 2.1. OISST ist ein 0,25°x0,25° gerasterter Datensatz, der Schätzungen der Temperatur basierend auf einer Mischung aus Satelliten-, Schiffs- und Bojenbeobachtungen liefert. Der Datensatz umfasst den Zeitraum vom 1. September 1981 bis heute mit einer Verzögerung von 1 bis 2 Tagen gegenüber dem aktuellen Tag. Die Daten sind für etwa zwei Wochen vorläufig, bis ein endgültiges Produkt von der NOAA veröffentlicht wird.

Eine erschreckende Botschaft?

„Ich kann nicht mehr so weitermachen. – Das sagt man so. – Sollen wir auseinandergehen? Es wäre vielleicht besser. – Morgen hängen wir uns auf. Es sei denn, dass Godot käme. – Und wenn er kommt? – Sind wir gerettet.“ aus: Warten auf Godot

Wir fragen uns im Omegakurs, was das Evangelium (damals) eigentlich für die Urchristen bedeutete? Und wann sollte der Messias wiederkommen? Mehr dazu hier im Blog. Warten auf Godot? Nein, eher nicht. Das spätere neoplatonische Christentum hat aus dem Jesus, einem jüdisch-politischen Messias, einen nach-politischen oder jenseitigen Erlöser gemacht, auf dessen magischen Kreuzestod (zur Erlösung von der individuellen Sünde) fokussiert wird, statt auf den baldigen Umsturz der politischen Verhältnisse. Auferstehung (Ostern) wieder wird entpolitisiert zur jenseitigen individuellen Seelenrettung. Dabei war der urchristliche Fokus auf den zur „Rechten der Macht sitzenden Messiaskönig"...

Der Gedanke in 1 Petrus 3, 13-17 ist sehr klar. Gott, der JHWH ist, hat den auferstandenen und erhöhten Jesus zum kyrios (Herrn) zu seiner Rechten gemacht (epoiēsen), und deshalb ist es Jesus, der nun als kyrios gefürchtet und geehrt werden muss, im Kontext des Konflikts mit den Juden, auch wenn dies in gewissem Sinne die Souveränität Gottes beeinträchtigt.

Dies ist genau das schockierende jüdisch-christliche Bekenntnis, dass der Gott Israels sich herabgelassen hat, Gericht und Herrschaft im politisch-religiösen Bereich mit einem gekreuzigten Messias zu teilen. Wir stellen erneut fest, wie passend es ist, dass Jesus, wenn der Konflikt im politisch-religiösen Bereich vorüber ist und der letzte Feind besiegt ist, die ihm übertragene Autorität, zu richten und zu herrschen, an den einen Schöpfergott JHWH zurückgibt (1. Korinther 15,24-28).

Stellt das sogenannte Anthropozän aus theologischer Sicht eigenlich eine neue Ära dar?

Ich denke, die Antwort darauf muss ja lauten, aber der Zyklus der „Zeitalter“ ist komplex. Die vorherrschende Erzählung in der Bibel ist die des Königreichs. Ihr Hauptbogen spannt sich von der Zerstörung Jerusalems und des salomonischen Tempels durch die Babylonier bis hin zum prophezeiten Sturz Roms als höchstem Ausdruck des heidnischen Widerstands gegen den Gott Israels, seinen Christus und sein Volk. Damit war das Warten sehr konkret in einer politischen Welt unterschiedlicher Akteure zu verorten. (Mehr dazu in diesem Post). Wahrscheinlich gehört zum Evangelium heute, dass wir nicht mehr warten sollten, sondern eilig wach werden (siehe aktuelles Schaubild der Meerestemparatur), um die nötigen kollektiven, politischen Transformationen anzustoßen. 

Auf was warten wir noch?

 

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